Poetry

Oh Joe – die Sommerfrische

Hot town, summer in the city
Back of my neck gettin’ dirt’ and gritty
Been down, isn’t it a pity?
Doesn’t seem to be a shadow in the city
All around, people looking half-dead
Walkin’ on the sidewalk, hotter than a match head

Oh Joe
Ich renn durch Straßen, voll Hitze, unter mir der heiße Stein, Schweiß auf dem Rücken, die Schnaken entzücken. Die Gesichter ganz rot, die Achseln haben Fahnen, das Deo hält nicht Stand, und ich glaube, ich habe mir die Waden verbrannt.

Oh Joe

Der Himmel ist schon grau vor Blau, kein Wölkchen traut sich, und ich weiß genau: ich muss raus hier, raus, nur ein Hauch, ein Wind, ein kleiner Applaus, von der Natur, doch alles bleibt stumm –
und ich werd langsam well done.

Oh Joe

Der Beton flirrt, die Steine glühen, der Müll tanzt Samba, das Wasser ist knapp, ich würde ja sparen, doch der Durst bringt mich in Grab.  Doch – da! – Bewegung in der Luft, Jemand zieht mich hoch, ganz sacht, und die Hitze verpufft.

Oh Joe

In die Gondel, hinauf in die Höh, die Ohren dumpf, die Beine ganz zäh. Fast kipp ich um, der Kreislauf versagt, doch dann merk ich: ich bin da! Auf 1000 Meter, der Baum wartet, großer Schattenspender, ich lass mich unter ihm nieder, streck sie aus, die müden Glieder.

Oh Joe

Ich schau hinunter in die kochende Stadt, der Kessel dampft. Sie hatten schon recht, die Stadtler, vor hundert Jahren. Kamen rauf auf den Berg, unter diesen Baum, um hinunter ins tiefe Tal zu schauen. Die Sommerfrische genießen, ohne viel Schweiß zu vergießen, ist doch eine hübsche Tradition, die will ich mir bewahrn!

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